Für Anfänger ist eine 7,5 l Anlage am besten geeignet. Sie lässt sich fast überall problemlos aufstellen. Es gibt verschiedene Shopsysteme im Internet, um sich schon fertige Brennanlagen zu kaufen oder man im Baumarkt bei der Abteilung für Hobby und Künstlerbedarf, holt sich die benötigten Einzelteile und baut sich eine Brennanlage selbst zusammen. Der begabte Heimwerker, die sich eine Anlage selber zusammen bauen, sollten sich vorher im Internet oder mit entsprechender Literatur belesen, da eine schlecht zusammengebaute Anlage auch keinen guten Alkohol brennen kann. Es gibt auch spezielle Brennseminare zum Erlernen der Kunst des Alkoholbrennens.
Als Grundlage zum Schnaps brennen, benötigt man eine der drei Arten von Rohstoffen. Entweder die alkoholhaltigen, die stärkehaltigen oder die zuckerhaltigen Rohstoffe. Jede Rohstoffart benötigt ein besonderes Bearbeitungsverfahren, um Alkohol zu brennen. Am einfachsten ist die Gewinnung mit alkoholhaltigen Rohstoffen, wie zum Beispiel Trauben oder Obstwein. Dabei wird der Alkohol durch Destillation abgetrennt und hat dann den Geschmack des verwendeten Rohstoffes.
Bei der Destillation wird der Rohstoff verdampft und die entstehenden Dämpfe werden über ein sogenanntes Geistrohr abgezogen. Durch Abkühlung wird der Dampf verdichtet und als Destillat aufgefangen. In diesem Destillat sind dann die niedrig siedenden Bestandteile des Rohstoffes und die höher siedenden und nicht-verdampfenden Bestandteile wurden abgetrennt. Durch diesen Prozess, der Brennen genannt wird, wird eine alkoholhaltige Flüssigkeit, der Rohbranntwein, gewonnen. Wenn man diesen Vorgang noch einmal wiederholt, nennt man das Resultat Feinbrand.
Um stärkehaltige Rohstoffe zu verarbeiten ist ein weiterer Schritt notwendig, da Stärke nicht direkt vergärbbar ist. Die Stärke muss erst in vergärbten Zucker umgewandelt werden, indem man während des Maischeprozesses Enzyme dazugibt. Erst danach gibt man Hefe dazu. Anschließend lässt man das Ganze vergären und erst dann destilliert man es. Stärkehaltige Stoffe sind zum Beispiel Kartoffeln oder Getreide.
Bei der Emmaischung muss der in den Zellen der Früchte und Wurzeln gespeicherte Frucht- und Traubenzucker mit Hilfe von Hefe in Alkohol umgewandelt werden. Man muss die Früchte und Wurzeln zerkleinern, damit die Zellen aufgespalten werden und die Hefe an die Zellen kommt. Eine vollkommene Vermusung ist nicht notwendig, jedoch muss man sich nach der Art der Brennanlage richten.
Zum brennen gibt man zuerst die Maische in den in einem der Shopsysteme online gekauften Brennkessel. Danach befestigt man das Steigrohr auf den Brennkessel, stellt ein Gefäß unter den Destillatausgang und stellt den Brenner an, aber ohne das Kühlwasser anzustellen. Erst, wenn die Temperatur im Steigrohr steigt, stellt man das Kühlwasser an. Bei 79 – 82°C ist die perfekte Temperatur, um den Alkohol über den Zwischenlauf separat aufzufangen. Wenn die Temperatur steigt, sollte man das Brennen beenden.